Fragen an Corona-Leugner – Covid-19 explained III

Warum gehen Menschen trotz der Corona-Pandemie noch immer in die Stadt, suchen nach geöffneten Cafes und organisieren Home-Partys obwohl die Ansteckungsgefahr und Gefahr für unsere Gesellschaft auf der Hand liegt? Um diesen Menschen das Ausmaß ihres Handelns vor Augen zu führen braucht es kritische Fragen, die ein einfaches „Warum?“ übersteigen.

Der Artikel Fragen an Corona-Leugner – Covid-19 explained III ist ein Artikel aus der Artikel-Serie Covid-19 explained, der verschiedene wichtige Informationen zur Corona-Pandemie aus verschiedenen Quellen aggregiert und aufbereitet. Die Fragestellungen stammen aus dem Artikel Flattening the Curve – Covid-19 explained I und werden hier noch einmal separat aufgearbeitet, weil sie Menschen anscheinend gut im täglichen Leben geholfen haben.

FRAGEN FÜR MENSCHEN, DIE NOCH IMMER IHREM ALLTAG NACHGEHEN

Wenn du zurzeit noch Menschen triffst, die ungehindert ins Fitness-Studio gehen oder in der Innenstadt beim Fashion-Shopping sind, solltest du ihnen folgende Fragen stellen:
(„Hast du keine Angst am Virus zu sterben“ funktioniert leider nicht so gut.)

  • Möchtest du Teil einer Kette sein, die hunderte Menschen tötet? (Kannst du das mit deinem Gewissen vereinbaren?)
  • Kennst du Menschen, die zurzeit in chronischer Behandlung im Gesundheitssystem sind (z.B. Krebspatienten oder Menschen, die operiert wurden)? Ist es OK für dich, dass diese in Zukunft nicht mehr behandelt werden oder gar Komplikationen aus ihren Erkrankungen entwickeln, nur weil du hier in der Stadt chillen willst?
  • Ist es OK für dich, dass du demnächst im Krankenhaus abgewiesen wirst, wenn du einen Auto-Unfall hattest oder eine andere akute Erkrankung bekommen hast?
  • Kennst du einen Pfleger oder Ärzte, die in Krankenhäusern arbeiten? Hättest du ein Problem damit, dass die wissen, dass die letzten 100 Patienten, die sich behandelt haben, nur im Krankenhaus waren, weil du ins Fitness-Studio gegangen bist statt deine 100 Burpies zu Hause zu machen?

Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass Fragen ein wenig von der Pandemie gelöst gestellt werden, weil sich Menschen in diesem Zuge gerne in Ja-Aber-Aussagen verstricken. Nichts desto trotz ist es immer wieder interessant ein klares Ja oder Nein auf diese Fragen zu erhalten.

Fragen an Corona-Leugner
Fragen an Corona-Leugner

An wen müssen diese diese Fragen gerichtet werden?

Trotz einer Woche Dauer-Beschallung der Nachrichten, dass Menschen-Versammlungen gemieden werden sollen und man zurzeit am besten zu Hause bleibt (egal ob infiziert, gefährdet oder nicht), suchen die Menschen weiterhin öffentliche Räumen auf und wehren sich gegen Limitationen ihres Alltags zum Zweck der Allgemeinheit. In München bilden sich Sitzgruppen am Isar-Ufer, in großen Städten organisieren Menschen große Home-Partys, weil Clubs und Diskotheken schließen müssen.

Mittlerweile müsste jeder diese Typen im echten Leben oder via Social Media kennengelernt haben:

  • Der / Die Das ist doch alles nur blinde Hysterie -Typ
  • Der / Die Wir lassen uns vom Virus nicht kleinkriegen, jetzt erst recht – Typ
  • Der / Die Es muss doch weitergehen – Typ
  • Der / Die Für mich ist das Virus doch gar nicht gefährlich – Typ
  • Der / Die Das ist doch ein Problem in China – Typ
  • Der / Die Erstmal abwarten – Typ

Alles keine sonderliche cleveren Einstellungen, wenn es um die Bekämpfung eines Virus geht und nicht um eine menschliche Invasion. Diese Leuten, die man immer noch auf Straßen sieht, gilt es die oben genannten Fragen zu stellen!

Gefüllte Cafes in Dortmund am Montag Mittag 16. März 2020 trotz Corona Pandemie.

Warum ist die Zuhause-Bleiben-Argumentation im Fall von Corona so schwierig?

Es ist heutzutage schwierig Menschen die Konsequenzen ihres Handelns vor Augen zu führen, wenn sie nicht jeden Tag Tagesschau schauen und Liveticker lesen. Dies liegt vor allem daran, dass die Argumentation völlig losgelöst vom eigenen Survival-Instinkt geführt werden muss. D.h. Menschen sehen die Gefahr für sich selbst erst einmal relativ gering ein. Das liegt vor allem an:

  • einer verhältnismäßig geringen Mortalitätsrate des Corona Virus
  • einer (im Verhältnis zu China) geringen Verbreitung in Europa
  • der zurzeit kommunizierten Wahrscheinlichkeiten eines schweren Verlaufs (81% mild, 14% schwer, 5% kritisch)
  • der einfachen Determinierung von Risikogruppen (Alte Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen)
  • der Tatsache, dass es nahezu keine Gründe gibt an der Fähigkeit und Kapazität unseres Gesundheitssystems zu zweifeln (außer ein paar vollen Wartezimmern ist bisher noch nahezu jeder Deutsche bei einer Krankheit behandelt worden)

Entsprechend wird in den oben genannten Fragen eine Argumentation notwendig, die über den ersten Schritt der logischen Kette hinter einer Infektion hinaus geht. Logische Ketten sind alltäglich auch eher ungemütlich und erfordern ein höheres Abstraktionsvermögen als es in normalen Entscheidungsprozessen erforderlich ist. Also müssen End-Szenarien aufgezeigt werden wie:

  • Corona-Patienten werden sterben, weil sie nicht behandelt werden können, obwohl ihr Verlauf eigentlich nicht ultimativ kritisch war.
  • Nicht-Corona-Patienten werden keine ambulante Versorgung mehr erfahren können.
  • Menschen im Gesundheitssystem werden gezwungen unmenschliche Arbeit in Form von Arbeitszeiten, Stress und Entscheidungen zu vollbringen.

Und zu all diesen Umständen gibt es eine direkte kausale Verknüpfung mit dem Individuum, das als Multiplikator des Virus fungierte, die bis hin zu einer Mittäterschaft ausgelegt werden kann!

Entdecke Artikel der Covid-19 explained Serie:

Covid-19 explained I – Flatten the Curve

Covid-19 explained II – Anzahl Infizierter

Covid-19 explained III – Fragen and Corona-Leugner

Covid-19 explained IV – Sterberaten

Christoph Kleine

... ist Senior Manager Online Marketing bei nexible & Gründer von internetzkidz.de. Neben Online-Marketing beschäftigt er sich mit Usability, Web-Analytics, Marketing-Controlling und Businessplanung. Xing, LinkedIn.

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