Die Anstalt Staffel 5 Episode 6 – Immobilien-Markt

S5E6 – Die Anstalt

Wachstumsbranche: Die Mieter stören beim Wohnen – Die Anstalt vom 23.10.2018 | ZDF

DIE ANSTALT vom 23. Oktober 2018

Die Gesellschaft klagt auf Eigenbedarf – Die Anstalt vom 23.10.2018 | ZDF

Der Abschnitt „Die Gesellschaft klagt auf Eigenbedarf“ findet sich in der Sendung unter dem Zeitindex 48:25 min.

„Ich wollte eh grade aufhören zu wohnen!“ – Die Anstalt vom 23.10.2018 | ZDF

Moritz Neumeier: Stadt statt Land? – Die Anstalt vom 23.10.2018 | ZDF

Der Abschnitt „Stadt statt Land“ findet sich in der Sendung unter dem Zeitindex 24:07 min.

Beschreibung

In der Episode 6 der Staffel 5 der Serie Die Anstalt widmen sich Redaktion und Moderation (Claus von Wagner und Max Uthoff) gemeinsam mit Gästen dem Thema „Angst durch Immobilienmarkt“. Witzige Sketche und nachdenkliche Solos beschäftigen sich dabei mit den angrenzenden Themen wie Mietpreise, Mietspiegel und Landflucht.

Weitere Themen der Episode sind:

  • Mietpreisbremse
  • Gentrifizierung
  • Patrizia Immobilien

Das übergreifende Motiv der Folge ist die Übernahme des primären deutschen Sozialgutes „Wohnen“ durch Großinvestoren in Immobilensachen. Durch verschiedene Reformen in den vergangenen Jahren haben Wohnungs-Investitionsgesellschaften es geschafft, den normalen und sozialen Wohnungsbau so zu unterlaufen, dass sie heute als Allein-Herrscher über den Mietmarkt regieren können und dabei uneingeschränkt von progressiven Mietpreiserhöhungen profitieren können. Opfer dabei sind vor die deutsche Mittel- und Unterklasse, die Sprünge in der Monatsmiete nicht verkraften können.

Unter anderem werden die drei Haupt-Mechanismen zur Erhöhung von Mieten innerhalb bestehender Mietverhältnisse erläutert:

  1. Freiheit von Strafe – Obwohl es in manchen deutschen Städten / Regionen / Landkreisen Gesetzte gegen die unangemessene Erhöhung von Mieten gibt, gibt es keinerlei Rechtsprechung, die Vermieter bei Zuwiderhandlung mit negativen Konsequenzen belegt. Als Resultat daraus können Vermieter und Investoren nahezu unreguliert Mietpreise setzen. Die Konsequenz für die Mieter ist entweder der Auszug (d.h. der Vermieter kann die Wohnung in Folge zum angesetzten Preis vermieten) oder die Zahlung der erhöhten Miete.
  2. Modernisierung – Durch eine Modernisierung einer Wohneinheit erwirbt sich der Vermieter – nach aktueller Gesetzgebung – das Recht eine erhöhte Miete einfordern zu können. Dabei ist es egal, ob eine Modernisierung dem Wunsch des Mieters entspricht. Nach aktueller Gesetzgebung muss der Mieter sogar bis zu 11% der Kosten der Modernisierung mittragen. Dies kann dazu führen, dass der Mieter sogar weit mehr als 11% der Modernisierung zahlt, da sein Miet-Niveau sich in den Folgejahren nie wieder dem Miet-Niveau vor der Modernisierung angleichen wird. Die Konsequenz für einen Mieter aus diesem Umstand ist entweder der Auszug vor einer Modernisierung oder die permanente Erhöhung seiner Mietkosten durch eine (nicht bewilligte) Modernisierung.
  3. Eigenbedarf – Schafft es der Vermieter glaubhaft zu vermitteln, dass eine vermietete Wohnung ab einem gewissen Zeitpunkt für eigene Zwecke verwendet werden soll, kann er den bestehenden Mieter damit aus dem Mietverhältnis kündigen. Die Konsequenz für den Mieter ist der Auszug. Das Incentive für den Vermieter besteht in der Vermietung des Objekts zu einem erhöhten Mietpreis nach 1 bis 2 Jahren Nutzung im Eigenbedarf.

Der Ursprung der Krise im Immobilienmarkt (für den Mieter) wird von der Redaktion in der Akquisition von öffentlichen / sozialen Wohnungsbaugesellschaften durch private Körperschaften (Investoren) indikativ aufgezeigt. Als Beispiel dafür dient die Akquisition der GBW (soziale Wohnungsbaugesellschaft) durch die Firma Patrizia Immobilen von der Bayern LB (Bayrische Landesbank). Deals dieser Art scheinen von der EU-Regierung gebilligt zu werden.

Zu den wirtschaftlichen Hintergründen gibt es auch noch einen historischen Abriss der Mietpreis-Entwicklung. Diese wurde nämlich durch die Privatisierung des kommunalen Wohnungsbaus und das Outsourcing des sozialen Wohnungsbaus an private Gesellschaften in Gang gesetzt. Da sich sowohl sozialer als auch kommunaler Wohnungsbau auch heute noch an einem Mietspiegel aus Neuvermietungen des privaten Sektors orientieren, konnte sich somit eine permanente Spirale der Preis-Erhöhung entwickeln.

Ausstrahlung (TV): 23.10.2018

Darsteller

Moderation: Max Uthoff, Claus von Wagner.

Gastauftritte: Klaus Eckel, Moritz Neumeier, Christine Prayon.

Highlights

  • Die Aufkündigung des Mietverhältnisses des Mieters wegen Eigenbedarf
  • Die Sketch-Titelung Sozialer Wohnungsbau mit asozialer Zwischennutzung
  • Die potenzielle Brechung der vierten Wand im Sketch „Ich wollte eh gerade aufhören zu wohnen“ durch Moritz Neumeier. Dieser behauptet nämlich im Dialog mit Christine Prayon, dass die eröhten Mietpreise ihm als Künstler folgen – egal wohin er umziehe. Er würde die jeweiligen Viertel seiner Residenz zu sehr aufwerten.
  • Die Charakterisierung der 8qm2-Micro-Wohnung in ihrer Lifestyle-Qualität durch Klaus Eckel.